Hacker kennen keine Arbeitszeiten. Deshalb braucht es eine Abwehr, die 24/7 auf dem Platz steht.
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Wie Borussia Mönchengladbach Cybersecurity denkt - und lebt
Im Stadion entscheidet oft die Defensive über Sieg oder Niederlage. Was viele nicht wissen: Auch hinter den Kulissen eines Bundesligavereins spielt die Abwehr eine zentrale Rolle - allerdings digital.
Frank Fleissgarten, CIO von Borussia Mönchengladbach, verantwortet seit fast 25 Jahren die gesamte IT-Infrastruktur des Vereins. In dieser Zeit hat sich nicht nur das Stadion verändert - auch die Rolle von Technologie, Sicherheit und Digitalisierung ist grundlegend gewachsen. „Damals gab es vier ISDN-Leitungen, über die zwei Personen gleichzeitig ins Internet konnten“, erinnert sich Fleissgarten. Heute managt er ein System, das rund um die Uhr Angriffsversuchen ausgesetzt ist - zehn pro Minute, wie er in unserem Podcast berichtet.
Digitalisierung im Dauerbetrieb
Was Digitalisierung bedeutet, wurde bei Borussia früh erkannt. Bereits 2002 führte der Verein ein zentrales Datenmanagement mit Microsoft Dynamics NAV ein. Heute laufen dort sämtliche Prozesse zusammen: Mitgliederverwaltung, Buchhaltung, Ticketing, Merchandising. Auch elektronische Zutrittskontrollen sind längst Standard. Für Frank Fleissgarten ist klar: „Digitalisierung ist kein Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist. Es ist ein dauerhafter Prozess - und er wird komplexer.“
ISO-zertifiziert seit 2013
Als erster Bundesligaverein ließ sich Borussia Mönchengladbach 2013 nach ISO 27001 zertifizieren. Das Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) regelt alle sicherheitsrelevanten Prozesse im Haus - vom Notfallplan über technische Audits bis zur Schulung der Mitarbeitenden. Inzwischen ergänzt durch ISO 9001 (Qualitätsmanagement) und ISO 27701 (Datenschutz-Zertifizierung), stellt Borussia damit höchste Anforderungen an die eigene digitale Resilienz.
„Diese Zertifizierungen helfen nicht nur uns intern, sondern auch extern“, so Frank Fleissgarten. „Wir profitieren bei Cyberversicherungen, beim Vertrauen unserer Partner - und ganz ehrlich: Es verschafft einem auch nachts ruhigeren Schlaf.“
KI: Chance, Risiko - und Pflicht zur Verantwortung
Ein Thema, das auch in der Fußball-IT längst angekommen ist: Künstliche Intelligenz. Für Frank Fleissgarten liegt die Herausforderung nicht nur in der Technik, sondern vor allem im Verhalten der Mitarbeitenden. „Die Leute bringen Tools aus dem privaten Umfeld ins Unternehmen, ohne zu wissen, was das datenschutzrechtlich bedeutet. Wenn man das nicht begleitet, entsteht schnell ein Risiko.“ Deshalb setzt der Verein auf regelmäßige Awareness-Schulungen - auch für die Spieler.
Zwischen Bundesliga und Mittelstand
Mit über 400 Mitarbeitenden, einem komplexen Veranstaltungskalender und permanentem Publikumsverkehr ist Borussia organisatorisch längst ein mittelständisches Unternehmen. Die IT-Abteilung sichert nicht nur den laufenden Betrieb, sondern muss auch auf Notfälle
vorbereitet sein - rund um die Uhr. „Wenn nachts das SOC anruft, müssen wir reagieren - sofort. Sicherheit kennt keine Bürozeiten.“
Fazit: Cybersecurity ist Teamsport
Das Gespräch mit Frank Fleissgarten zeigt: Erfolgreiche Cybersecurity im Profifußball braucht dieselben Prinzipien wie auf dem Platz - klare Strukturen, eingespielte Abläufe und ein Team, das Verantwortung übernimmt. Borussia Mönchengladbach geht hier konsequent voran - nicht mit lauten Ansagen, sondern mit Substanz.
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